Verfasst von: stefanini | Mai 25, 2008

Zuhause

Nach drei Monaten, 4550 Kilometern (und ungefähr 310 Litern, die mich 400 Euro kosteten… Kann man dafür Bahn fahren?!) und Hamburg, Lübeck, Schwerin, Berin, Potsdam, Dessau, Quedlinburg, Braunschweig, Wolfenbüttel, Bad Harzburg, Goslar, Eisenach, Gotha, Weimar, Naumburg, Leipzig, Dresden, der sächsischen Schweiz, Krivoklat, Prag, Tabor, J….H…, Telc, Wien, Attersee, München, St. Gallen, Bodensee, Freiburg, Weinheim, Gießen bin ich nu zuhause. Gesund.

Verfasst von: stefanini | Mai 16, 2008

Viele kleine Stopps

Von München nach Hause, von Zuhause zurück; in München mit blöden Bibliothekssekretärinnen rumgeärgert (naja, oder mit einer); von München nach Neuschwanstein, von Neuschwanstein unvermittelt in die Alpen (ACHTUNG wenn es dort irgendwo heisst: Umleitung. Die sogenannte Umleitung kann länger werden, als der ganze Rest der Reise), von unvermittelt-in-die-Alpen über listige Serpentinen mit langsam fahrenden Vordermännern (Betonung auf “Männer”) nachm (Deutschabsolventin) Bodensee, vom Bodensee nach St. Gallen (nicht-internettaugliche Begegnungen dort…), heute von St. Gallen entlang des Bodensees nach Konstanz, dort aber nur auf der Insel Reichenau ne halbe Stunde verschnauft und n Eis gegessen (sich nur von Karmelbonbons zu ernähren ist nicht gut), von der Reichenau über eine nur zum winzigen Teil ausgebaute Landstraße mit viel LKW-Verkehr durch die Ravennaschlucht ((hübsch) in Freiburg angekommen, wo ich mir mein Zimmer mit geschätzten 100 Leuten teile. Veilleicht sind es auch nur 99. Und wenn nich alle Betten voll sind, vielleicht nur 98. Werden aber alle Betten voll sein. Also 100.

In Freiburg ists schwül, stickig, aber noch scheint die Sonne. Bis gleich, dann wirds Gewittern. So viel vom Orakel ;-)

PS Attraktive Fotos werden zu einem späteren Zeitpunkt diese Seite bereichern und für Klickschlager sorgen.

PPS Vielleicht habe ich einen Sonnenstich?! Zeit, bald nach Hause zu kommen.

Verfasst von: stefanini | April 25, 2008

BOESE

Uh, noch viel schlimmer! Sie hat es offenbar nicht geschafft, es zu stehlen. Entweder weil die Chinesin wachgeworden ist und sie es nicht mehr richtig einstecken konnte, oder weil ich wieder wegen des Handyvergessens ins Zimmer zurueckkam. Oder aber sie wollte mich total reinreiten! Denn eben habe ich die goldene Uhr an meinem Bettende entdeckt! Was waere, wenn jemand von der Rezeption hochgekommen waere und uns zum durchwuehlen unserer Sachen aufgefordert haette?! Dann waer ich es gewesen. Am liebsten wuerd ich sie… weiss ich auch noch nicht. (Und ja, ich bin objektiv. Die Alte war’s. Mein Bett ist zwei Meter von der Stelle entfernt, wo die Uhr eigentlich habe liegen muessen. Das heisst, es muss sie jemand dahin getan haben. Und wer sonst?)

Verfasst von: stefanini | April 25, 2008

Diebstahl, Stellenanzeige, nette Leute und Vergangenheit

Letzte Nacht bin ich in den “Pink Wing” gezogen, was sich ziemlich bescheuert anhört, aber so nennen sie das Mädelszimmer. Von Schnarchern bin ich zwar nun wahrscheinlich befreit, allerdings … Als ich aufwachte lag die goldene Uhr der Chinesin mir gegenüber noch vor ihrer schlafenden Nase auf ihrer Matratze. Die Schweizerin im Zimmer verließ das Zimmer bevor ich überhaupt aufstand. Blieb nur noch die seltsame alternative Deutsche, die mit sich selbst sprach, und mir gestern die Frage danach, wie lange sie schon im Hostel sei, nicht beantworten wollte. Geheimnisvoll… Wahrscheinlich so geheimnisvoll wie ihr Alter, das ich auf 60 schätze. Ich verließ das Zimmer zum Frühstück und um dann in die Bib zu gehen. Doch ich vergaß mein Handy und kehrte nach dem Frühstück wieder zurück. Die Alte (ich bin nicht dem Alter gegenüber abfällig, sondern lediglich ihr) hat sich in der Zeit fertiggemacht und schickte sich gerade an das Zimmer zu verlassen. Die Chinesin war mittlerweile wach und ihre Augen panisch. Sie fragte mich nach ihrer Uhr und ich bestätigte ihr, dass sie vor ner halben Stunde noch auf ihrem Bett lag. Schnell verließ die Alte das Zimmer. Mir und der Chinesin war klar, wer die Uhr haben musste. Ich meine: Hallo? Was gibt es noch für eine Möglichkeit? Die Alte checkte schnell aus und die Chinesin lief ihr hinterher, während ich den Fall an der Rezeption vortrug. Wie es weitergeht, weiß ich nicht, denn ich musste zur Bib. Ich plädiere für keine Alten in Hostels. Wer hat seine Frau geschlagen? Wer hat ne Uhr gestohlen? Leute, die wesentlich älter sind als ich. Gut, die jungen Leute schnarchen und essen mir meine Tomaten, meinen Streichkäse und meinen Jogurt auf, aber das verkrafte ich noch so gerade.

Gestern in der Bib war ein altes Pärchen und offenbar war die Frau die Hobbyforscherin der beiden. Aber sie hatte ihren Mann ziemlich gut trainiert: Er war derjenige, der Quellen holte, wegbrachte, kopierte, sortierte, abschrieb und Dinge auf einer Liste ankreuzte. Sie las nur und vermittelte ihm den nächsten Auftrag. Wahrscheinlich war auch er der, der sie zur Bib fuhr und der für alles bezahlte. Und zudem war er trotz Sigelring und zurückweichenden weißen Haaren noch wesentlich attraktiver als sie. Bei mir is so ne Stelle auch noch frei… Irgendwer Interesse?! ;-) (Nee, nee… Ich bin dann doch für Gleichberechtigung. Und wo die bei den beiden war, wurde zumindest in den drei Stunden in der Bib nicht ersichtlich.)

Ansonsten hatte ich in meinem letzten Zimmer eine Nacht lang ein amerikanisches Pärchen, das schon seit August reist, die eigene Regierung verachtet und mir beibrachte, wieso die Reichstagskuppel innen offen ist (Damit die Abgeordneten nur nach oben sehen müssen und wissen, wieso und für wen sie arbeiten: Für die Leute/das Volk, die/das da oben in der Kuppel spazieren gehen/geht. Die Amerikaner waren begeistert von dieser Symbolik. Ich nicht. Erstens sind es wohl meistens Touris und zweitens sind die meisten Abgeordneten eh so selten da, dass man sich wundert, wieso man überhaupt welche braucht. Oder wieso sind die meisten Plätze so oft leer?!). Und die zwei Nächte vor dem amerikanischen Pärchen war ein argentinisches da, von dem er Deutschland liebte (wegen Kultur, Philosophie und Musik) und sie Deutschland nicht mochte, aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Geschichte: Sie ist Jüdin und ihre nach Argentinien ausgewanderten Großeltern waren beide Überlebende eines KZ. Ihre Ansicht vom modernen Deutschland und ihre Abneigung dagegen konnte die Reise eindämmen, aber nicht ganz legen. Doch sie sagte, sie erkenne an, dass “wir” nicht versuchen, die Vergangenheit zu vergessen, sondern mit ihr umgehen, die Schrecklickeit der Jahre 1933-45 lebendig halten, damit, wenn die Erinnerung bleibt und wir aus ihr lernen, all das hoffentlich nie wieder geschieht.

Verfasst von: stefanini | April 22, 2008

Schnarcher

Es sind nicht nur Schnarcher, die meinen Weg momentan in auffallender Häufigkeit kreuzen, sondern Irre in ihrer ganzen Ausprägung scheine ich anzuziehen. Der Typ neben mir zum Beispiel riecht widerlich nach kaltem, schon seit viel zu langer Zeit in den Klamotten hängendem Schweiß. Waschen und nicht Stinken ist wirklich eine Kunst, der sich nicht wenige Menschen nicht gewappnet fühlen. Zum Beispiel schlief vor drei Nächten ein ungefähr 50jähriger Engländer in meinem Zimmer, zusammen mit seiner Frau, aber nur er stank. Und zwar so schlimm, dass es an allen seinen Klamotten hing und man den Geruch nicht herausbekam. Außer zu stinken hat er aber auch noch geschnarcht. Beides war der Grund, wieso ich in ein anderes Zimmer wollte. Doch als ich den Wunsch an der Rezeption vortrug, haben die gemeint, dass sie ihn sowieso rauswerfen würden, weil er seine Frau am Abend zuvor geschlagen hat.

In der Nacht danach teilte ich mir das Zimmer neben einem amerikanischen Pärchen mit einem von den Personen, die aussehen, wie Massenmörder. Vielleicht habe ich auch zuviel James Patterson gelesen, aber es war so ein bleicher Typ mit blassblonden zurückweichenden Haaren, etwas stämmig, schwammig im Gesicht und ungefähr 45. Er hat sich in seinen Tagesklamotten ins Bett gelegt (nen Koffer hatte er sowieso nicht dabei… sowas ist also “leichtes Gepäck”) und im Schlaf entweder geschnarcht, Gas abgelassen oder gemurmelt wie ein Kleinkind… Zum Glück hat er nur eine Nacht in unserem Zimmer geschlafen. [Übrigens hab ich mittlerweile den nächsten neben mir sitzen, der stinkt. Und er richtet sich auch noch bequem ein, also werde wohl eher ich gehen müssen als er.]

Ja, und zu guter Letzt: Komische Leute sind nicht nur im Hostel oder vorm Internet zu finden, sondern offenbar auch in der Handschriftenabteilung der Bib. Da is ein Italiener, ungefähr 40, sehr gepflegt, nicht stinkend, der anscheinend meine Aufmerksamkeit durch grummeln, kramen, aufstehen, laut Bonbon lutschen und sich sonst-wo jucken auf sich ziehen wollte. Obwohl ich das alles mitbekommen habe, habe ich mich von meiner Handschrift nicht ablenken lassen. Ignoranz is ja zum Glück eine meiner Stärken…

Verfasst von: stefanini | April 21, 2008

Wiener Leben

In Wien habe ich nun die Innenstadt gesehen und in bereits zwei der zahlreichen Parks in der Sonne gesessen und ein Buch gelesen. Ich bin auch schon in meinem Arbeitsplatz, der Hofburg gewesen, und habe die erste Handschrift begonnen. Und ich war sogar schon raus, aber leider sind wir (zwei Kanadier, eine Engländerin und ein argentinisches Pärchen und ich) in einem Laden gelandet, in dem sie an dem Abend Funk spielten, was ja nu nich meine Musik ist…)

 

Außerdem war ich gestern bei Schloss Schönbrunn, dessen Architektur mich ziemlich kalt gelassen hat, ganz im Gegensatz zu dem putzigen Eichhörnchen, das am Neptunbrunnen seinen Frühtrunk hielt. Ja, Frühtrunk. Wenn ihr die Bilder seht, werdet ihr feststellen, dass es für einen sonnigen Sonntag sehr leer auf dem Schlossgelände war, und das liegt daran, dass ich schon um halb neun dort war. Außer einigen Joggern war es recht menschenleer. Was man von dem gleichen Ort zwei Stunden später nicht mehr sagen kann, dann nämlich habe ich feixend den Touris zugesehen, die aus ihren Busses ausgeladen wurden und nun über das Gelände ausschwärmten. In den mir empfohlenen Tierpark wollte ich nicht, nachdem ich sah, dass er 12 Euro Eintritt kostete (und er wäre an diesem Sonntag eh übervoll gewesen).

 

Und ich war – mal wieder – auf einem Friedhof. Wenn ich es richtig gelesen habe, sind eine Million Leute dort begraben; ich habe mich vor allem im jüdischen Teil des Friedhofs aufgehalten, vielleicht weil dort die meisten Bäume waren, aber es war auch der verwahrloseste Teil, mit vielen umgefallenen Grabsteinen. Auf der einen Seite ist es schade zu sehen, wie Gräber zerfallen, weil offenbar niemand mehr da ist, der den Toten gedenkt, aber andererseits geben diese gebrochenen Steine, das die Grabmäler umrankende Efeu, das kniehohe Gras ein schönes, ruhiges Bild ab. Schöner, ursprünglicher als der gepflegte Teil des Friedhofes.

PS Ich habe mehr Fotos unter Prag, unter Tschechien und Wien reingesetzt…

Verfasst von: stefanini | April 21, 2008

Nochmal kurz zu Tschechien

Während ich durch Tschechien gefahren bin, sind mir mehrere Dinge aufgefallen. Und weil keiner von euch ne Ahnung von Tschechien haben wird, werde ich sie noch kurz dem Bericht hinzufügen. (Ich hoffe allerdings, ihr habt mehr Ahnung als das englische Mädel, das hier in Wien meinte, sie würde als nächstes in die Tschechoslowakei fahren.)

 

Ich bin mir immer noch nicht sicher, was genau der Spruch „Das sind für mich alles böhmische Dörfer“ bedeutet. Heißt das, dass man keine Ahnung von etwas hat, dass etwas gleich ist, dass etwas zurückgeblieben ist? Alles drei könnte zutreffen. Böhmische Dörfer (und während meiner „Umwege“ habe ich genug durchfahren) sind meistens ohne Geschäfte, dafür aber mit einem Dorfteich, manchmal fast schon mit einem See in der Mitte. Die Häuser sind direkt an der Straße, auf der sich selten ein Mensch zeigt, und die Vorfahrtsschilder bezeichnen direkt die gesamte Vorfahrt fürs ganze Dorf, so dass manchmal bis zu sechs Straßen auf ein Schild passen müssen. (Auf dem von mir gemachten Bild sind es nicht ganz so viele Straßen…) Ich habe auch eine ganze Reihe von Bildern geschossen, in dem ich die Kamera mit einer Hand am Lenkrad festgehalten habe und alle paar Sekunden auf den Auslöser gedrückt habe, aber diese Bilder sind furchtbar langweilig. Wahrscheinlich ebenso wie die meisten tschechischen Dörfer.

 

Das Dorf Telc im Übrigen ist Unesco-Erbe und wirkt durch seine verschiedenen pastellfarbenden Hausfronten fast wie eine Spielzeugstatus. Am schönsten, neben Prag, war das Dörfchen Krivoklat, das sehr idyllisch in einem Tal lag. Die Burg selbst lag auf einem kleinen Hügel inmitten des Tals, allerdings frage ich mich, ob dieser Hügel wirklich eine Abwehr gegen Feinde gewesen sein kann, denn von einem Burggraben oder ähnlichen Wehranlagen habe ich nicht viel gesehen.

 

Prag an sich war von Backpackern überlaufen. Europa scheint momentan hoch im Kurs bei allen Individualreisenden zu sein, die dann eine ziemlich festgelegte Route abklappern: London, Amsterdam, Brüssel, Berlin, Prag, Wien, München, Schweiz, Italien… Da sie meistens mit dem Zug unterwegs sind, kommen sie kaum von der Route ab und ich bezweifle, dass man wirklich etwas über die Länder sagen kann, wenn man nur in ihren Hauptstädten bzw. in ihren größten Städten gewesen ist.

 

Soviel nur noch einmal zu Tschechien, das ein bisschen mager weggekommen ist.

Verfasst von: stefanini | April 17, 2008

Glueckskind

Das Glueck is weiterhin mit mir. (Tschechien war huebsch, Telc zum empfehlen, prag sowieso< fotos wann anders).

Grundsaetzlich fahre ich in eine Stadt hinein und habe keine Ahnung, wo ich hinmuss, um meine Multitaskingkruenste (parallel Autofahren, Verkehr beachten, laut mitsingen, Sightseeing betreiben und Karte lesen) weiter zu verfeinern. Wer braucht ein Navi, wenn er mich hat? Ich hab mich noch nie verfahren. Hoechstens hab ich mal n bisschen laenger gebraucht, weil ich den direkten Weg nicht gefunden habe und nie umdrehe, sondern dann einfach die naechste abbiege (und wenn es auch erst in drei Kilometern die naechste ist)…

In Wien hat das so funktioniert: Ich hatte keinen Schimmer, wo ich schlafen wuerde und hatte beschlossen, mein Auto irgendwo fuer wenig Geld zu parken und in die Stadt zu ner Information zu gehen, damit die mir weiterhelfen. Die gegend, in der ich irgendwann angekommen war, schien mir zum Parken OK. Also entschloss ich kurzerhand einzuparken. Beim Aussteigen dann sah ich, dass es 1. Parken fuer umsonst war und ich 2. direkt vor nem Hostel stand. Also hab ich mich erstmal fuer ne Nacht eingebucht. Bei der Info erfuhr ich, dass es nirgendwo guenstiger geht, als in nem Hostel und so wollte ich dort verlaengern. <Hm, ich glaube, wie sind ziemlich ausgebucht… Warte mal… Oh, gerade in dem Zimmer, in dem du bist, ist es fuer ne ganze Woche frei. Klar, kannst bleiben. Zwei Wochen? Zwei Wochen ist eigentlich nicht erlaubt. Aber naja, das werden wir schon hinkriegen.> Und schwupps. Hingekriegt.

Klappt doch alles, oder? Mein Auto steht in der Zone, in der die Kamera des Hostels es noch einfangen muesste. Und die Strasse zur Bib (es ist nur eine lange Strasse, die ich gehen muss, die Mariahilffstrasse) ist voll mit Imbissen, Geschaeften, Drogerien und BUCHLAEDEN. Eine Traumstrasse. Und heute schien die Sonne.

Alles zu meiner vollsten Zufriedenheit. Und so soll es auch bleiben.

Verfasst von: stefanini | April 14, 2008

Kontrastprogramm

Mittlerweile bin ich in Prag, wo ich Probleme mit der tastatur habe. Aber zwischendurch bin ich in der Saechsischen schweiz wandern gewesen und habe mehrere berge erklommen.

Allerdings solte Wandern eigentlich etwas ernsthafter betrieben werden, und vor allem nicht mit Loechern in den Sohlen bei sowieso schon profillosen Schuhen auf matschigen Wegen. Fuer dieses Schuhwerk ist nur zweimal hinfallen ne gute Leistung… Mittlerweile habe ich auch Fotos online, auf denen man die steilen Felsen sehen kann, die ich mit Hilfe von Treppen hoch und runtergekommen bin. Es gab auch Steilwandkletterwege, aber wieso sollte man sich das Leben – zumal mit diesen Schuhen – noch schwerer machen – Fragezeichen – Ich weiss weder wie man das Fragezeichen, noch wie man Klammern eingibt, daher diese Behelfsformen… Die gruenen Schluchten waren auf jeden Fall huebsch in der Sonne, was man an den Fotos nicht mehr wirklich sehen kann.

es war auf jeden fall schoenes wetter, meine nase ist verbrannt und das dortige hostel kann ich ebenso empfehlen wie das dresdner (also nur, wenn ihr mal wandern wollt ferdinands homestay)

Im gegensatz zur kultur der letzten wochen, die mir schon zum teil was viel geworden is, haben die tage an der frischen luft gut getan. heute habe ich schon die kleine burg krivoklat besucht und fotos der handschrift gemacht, bei der ich leider keine ueberragende entdeckung vermelden kann, ausser dass die handschrift irgendwie feucht war.ich versteh nich, wieso sie sie nich ein bisschen besser lagern. aber immerhin gab es wegen des abfotographierens nicht so nen buerokratenmuell wie in deutschland.

so, auf empfehlung (ich hoere naemlich nun auf gute ratschlaege) werde ich meinen aufenthalt in prag ein wenig kuerzer halten, als ich wollte (ist eh zu teuer heir) und uebermorgen wahrscheinlich weiter nach Tebor fahren, um noch ein bisschen von tschechien mitzunehmen. wenn mein auto bis dahin nich geklaut oder abgeschleppt ist. der manager des hostels meinte, ich koenne ruhig auf dem seitenstreifen parken (und er durfte direkt meine 1a einfahrkuenste bewundern), aber er wuerde keine verantwortung uebernehmen, sollte der wagen aufgebrochen werden. naja, vorsichtshalber hab ich ihn zumindest mal abgeschlossen, eine vorsichtsmassnahme, die man ja bekanntlich in leipzig nicht braucht…

Verfasst von: stefanini | April 12, 2008

menschen

Wenn man Menschen freundlich begegnet, dann reagieren sie su 98% auch freundlich. Manche Leute übertreiben es allerdings mit ihrer Reaktion, wie der Typ im Internetcafe, der mich gestern begann zuzutexten und mir erzählte, Aachen sei ja mehrfach von den bösen Amis “umgepflügt” worden. (Der Typ war ungefähr 40 und hatte schon nen leicht irren Blick.) “Nein, Aachen is nur einmal durch nen Brand im Mittelalter vollkommen abgebrannt..:” – “Na, das sind ja alle Städte, aber ich meine die Amis…” – “Nein, ich glaube, da sind SIe durch Legenden falsch informiert. Im Krieg wurde es einmal (und nicht mehrmals) zerstört.” – “Ja, genau, sag ich ja. Da hatten sie ja auch bestimmt nur Hüten um den Dom herum und keine wirklich festen Häuser.” Aachen vor dem Krieg bestand also aus einer Steinzeitsiedlung und dem Dom. Er: “Und was hat Aachen sonst noch so?” – “Lindtschokolade.” – “Wirklich? Also ich finde ja, man sollte sich nicht auf die ganzen Fabriken verlassen. Selbst Schokolade herzustellen ist gar nich so schwer. Das kann man alles im Keller machen.” – Na sicher doch. Lasst uns im Keller unsere eigenen Fabriken gründen! Lohnt sich bestimmt. Er: “Also ich würde am liebsten aufs Dorf ziehen uns alles selber machen. Unabhängig von allen sein. Dann können alle einen mal.” Dann viel Spaß auf dem Weg zurück in die Steinzeit oder auf dem Weg zur Sekte. Ich hab ihm nachher, als er irgendetwas von Franzosen sagte, gar nicht mehr zugehört, sondern nur noch genickt und “Hm” gemacht.

Da sind mir die Leute lieber, die mit mir reden, ohne einen Funken Humor zu beweisen (und die sind auch nicht leicht auszuhalten…). Wenn jemand monoton vor sich herredet und aussieht wie ein Aachener Maschbauer, und innerhalb von ner halben Stunde nicht einmal lacht, dann kann man wohl davon ausgehen, dass man nicht gleichgesinnt ist. (Na ja, er schlief ja nur in meinem Hostelzimmer, und auch nur eine Nacht.) Die beiden Australierinnen, die heute weiter nach Prag sind, waren OK, aber hatten auch nicht gerade Humor gefressen. Ich meine ja nicht, dass ich die lustigste Person der Welt bin, da gibt es ganz andere, aber ne Unterhaltung zu führen, wo der Gegenüber überhaupt kein Gesichtsspiel zeigt, ist wirklich anstrengend.
Die Australierinnen waren übrigens fast wie die Japaner: Ganz Europa in einem Monat. Von den eigentlichen Städten und dem Leben kriegt man auf diese Weise natürlich nicht viel mit.

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